Ernährung - Nährstoffverlust durch Herstellverfahren, Lagerung, Umwelteinflüsse, moderne Landwirtschaft
Ernährung – Nährstoffverlust durch Herstellungsverfahren, Lagerung und Umwelteinflüsse
11. August 2021

Die Ernährung unserer Vorfahren und der Unterschied zu heute!

Ernährung unserer Vorfahren im Vergleich zu modernen Ernährungsweise

Ernährung unserer Vorfahren im Vergleich zu modernen Ernährungsweise

 

Unsere Ernährung hat sich im letzten Jahrhundert im Vergleich zu unseren Vorfahren stark verändert. In Europa hat sich die mittlere Lebenserwartung durch verbesserte medizinische und hygienische Bedingungen nahezu verdoppelt. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass in Europa etwa 20% der Bevölkerung älter als 70 Jahre alt ist. Mit der gestiegenen Lebenserwartung haben allerdings auch Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Osteoporose und Rheuma stark zugenommen.


Zahlen, Daten, Fakten:

  • Über 50% der europäischen Bevölkerung ist übergewichtig
  • Über 1 Millionen Menschen sterben jährlich in Europa an Herz-Kreislauferkrankungen
  • Jährlich sterben über 1,2 Millionen Menschen europaweit an Krebs
  • Etwa 100 Millionen Menschen leider europaweit an rheumatischen Erkrankungen
  • Rund 60 Millionen Menschen leiden europaweit an Diabetes



Ernährung unserer Vorfahren im Vergleich zu moderner westlicher Ernährung – Shutterbug75-pixabay


Heute ist bekannt, dass bei der Entstehung dieser Zivilisationskrankheiten die Ernährung eine zentrale Rolle spielt. Etwa die Hälfte aller Krankheiten wird in den westlichen Industrienationen auf eine falsche Ernährungsweise zurückgeführt. 
Unser Ernährungsverhalten ist heute vom rein biologischen Zweck weiter entfernt als je zuvor. 

Während heute Nahrung im Überfluss vorhanden ist und der Genuss von fett- und zuckerreichen Nahrungsmitteln im Vordergrund steht, diente die Nahrungsaufnahme früher lediglich zu Energie- und Nährstoffversorgung. Heute liegt die Vitamin, Mineral- und Ballaststoffversorgung eher im Mangelbereich. 

Eine Betrachtung der von Eaton und Konner erstellten Übersicht zur Ernährung unserer Vorfahren im Paläolithikum in der Altsteinzeit verdeutlicht den signifikanten Unterschied in der Nahrungsaufnahme von damals zu heute. 


Vergleich Paläolithische (Altsteinzeit) Ernährung zur heutigen modernen Ernährung

Nahrungsmittel Paläolithische Ernährung
(Homo orthomolecularis)
Moderne Ernährung
(USA, Europa)
Veränderung in %
Protein37%10-20%-59%
Fett22%35-40%+82%
Kohlenhydrate41%40-55%+34%
Cholesterin480 mg/Tag300-600 mg/Tag
PUFA Omega 3 : Omega 64:1 – 1:150:1-92%
Ballaststoffe104 g/Tag10-20 g/Tag-85%
Zucker10-20 g/Tag60-100 g/Tag+400%
Vitamin C604 mg/Tag77-109 mg/Tag-80%
Vitamin B1 Thiamin3,91 mg/Tag1–1,75 mg/Tag-61%
Vitamin B2 Riboflavin6,49 mg/Tag1,3-2,1 mg/Tag-74%
Vitamin B9 Folsäure0,36 mg/Tag0,15-0,2 mg/Tag-51%
Vitamin A2,87 mg/Tag (9.570 I.E.)1,17-1,43 mg/Tag (3.900-4.763 I.E.)-55%
Vitamin E32,8 mg/Tag7-10 mg/Tag-74%
Calcium1.956 mg/Tag750 mg/Tag-61%
Kalium10.500 mg/Tag2.500 mg/Tag-76%
Natrium768 mg/Tag4.000 mg/Tag+420%
Eisen87,4 mg/Tag10-11 mg/Tag-88%
Zink 43,4 mg/Tag10-15 mg/Tag-71%
Die Angaben von Eaton und Konner zur paläolithischen Ernährung basieren auf eine durchschnittliche tägliche Zufuhr von 
1,7Kg Gemüse und Obst und 913g Fleisch (Mittelwerte aus 236 pflanzlichen Nahrungsmitteln und 85 Tierarten), entsprechend einer Energieaufnahme von 3.000 kcal pro Tag. 
Quelle: Uwe Gröber, Orthomolekulare Medizin, 3. Auflage

Mangel im Überfluss durch moderne Essgewohnheiten

  • Starker überhöhter Konsum einfacher Kohlenhydrate wie Zucker mit hohem glykämischen Index
  • Überhöhter Konsum an fetthaltiger Nahrung, vor allem tierischen gesättigten Fettsäuren, gleichzeitig zu geringe Mengen an einfach- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren
  • Viel zu geringe Ballaststoffaufnahme
  • Extrem hoher Natriumverbrauch durch Kochsalz in vielen Nahrungsmitteln
  • Viel zu geringe Aufnahme von essenziellen Mikronährstoffen wie Vitamine und Mineralstoffe

Ernährung unserer Vorfahren

Unsere Vorfahren ernährten sich hauptsächlich von frischen pflanzlichen Nahrungsmitteln, die in der Natur zu den entsprechenden Jahreszeiten vorkamen. Dazu zählten Nüsse, Samen, wilde Getreidesorten, Wurzeln, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse. Durch den Verzehr war der Energiebedarf und die lebensnotwendige Nährstoffversorgung mit Nahrungsfasern, Vitaminen, Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Ballaststoffen und Eiweißen reichlich gedeckt. Raffinierte Kohlenhydrate und Zucker hingegen kamen so gut wie nicht vor. 

So gut wie alle Bereiche der Nahrungsaufnahme haben sich zu damals deutlich verschlechtert. So nahmen unsere Vorfahren 3-4 mal mehr Calcium und Magnesium zu sich, die 6-fache Menge an Vitamin C und die 4-8- fache Menge an Eisen und Zink. Die ursprüngliche Ernährung enthielt über 10-mal so viel Kalium wie Natrium. Heute hat sich dieses Verhältnis gravierend geändert, indem wir etwa die doppelte Menge an Natrium zu uns nehmen, als Kalium. 

Unsere moderne Ernährung unterscheidet sich sehr stark von der Ernährung unserer Vorfahren. Wir sind nicht auf die raffinierten und nährwertlosen Nahrungsmittel eingestellt. 

 

Was wäre...

wenn wir die heutigen Möglichkeiten der medizinischen Versorgung und die massiv verbesserten hygienischen Bedingungen kombinieren würden, mit der Ernährung unserer Vorfahren? Wie alt könnten wir werden? Probiere es aus!

 
Quellen:

• Burgsteins Handbuch Nährstoffe, Haug Verlag, 9. Auflage
• Uwe Gröber, Orthomolekulare Medizin, 3. Auflage
• Rheumatische Erkrankungen Anzahl Europa : https://www.aerztezeitung.de/Medizin/In-Europa-haben-etwa-100-Millionen-Menschen-Rheuma-335745.html
• Herz-Kreislauf Tote Europa: https://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/7247557/3-04052016-BP-DE.pdf/492c9399-cb34-456f-adfd-87961638d0f8
• Anzahl Diabetes Europa: https://www.euro.who.int/de/health-topics/noncommunicable-diseases/diabetes/news/news/2011/11/diabetes-epidemic-in-europe